{"id":18696,"date":"2009-12-08T10:15:42","date_gmt":"2009-12-08T09:15:42","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2009\/12\/08\/animes-und-demonstrationen-japanologie-und-die-proteste-an-der-universitat-halle\/"},"modified":"2025-05-14T16:02:30","modified_gmt":"2025-05-14T14:02:30","slug":"animes-und-demonstrationen-japanologie-und-die-proteste-an-der-universitat-halle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2009\/12\/08\/animes-und-demonstrationen-japanologie-und-die-proteste-an-der-universitat-halle\/","title":{"rendered":"Animes und Demonstrationen: Japanologie und die Proteste an der Universit\u00e4t Halle"},"content":{"rendered":"<form mt:asset-id=\"12216\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\" contenteditable=\"false\"><a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-1d5781518dd6d815656c062cedc1f831-Unibrennt800.png\" onclick=\"window.open('https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-1d5781518dd6d815656c062cedc1f831-Unibrennt800.png','popup','width=320,height=320,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-91afbd08e272865929ea97e66a975ac6-Unibrennt800-thumb-200x200-1.png\" alt=\"i-91afbd08e272865929ea97e66a975ac6-Unibrennt800-thumb-200x200.png\" \/><\/a><\/form>\n<p>An den <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2009\/12\/eine-institution-des-alltags-bericht-aus-dem-besetzen-audimax.php\">Universit\u00e4ten wird gestreikt und protestiert<\/a>. Die Forderungen der demonstrierenden Studenten sind umfassend und das meistens zu Recht. Mit dem Bildungssystem liegt einiges im Argen. \u00dcber die Frage, ob Streiks, Besetzungen und Demonstrationen wirklich das richtige Mittel sind, um solche Forderungen durchzusetzen, habe <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2009\/11\/studenten-hort-auf-zu-demonstrieren.php\">ich mich ja schon fr\u00fcher besch\u00e4ftigt<\/a>.<\/p>\n<p>Das, was die Studenten fordern, kann oft nur von Bund und L\u00e4ndern erf\u00fcllt werden und es fraglich, ob die Proteste die politische Entscheidungsfindung beeinflussen k\u00f6nnen. Aber es sind nichtmal immer die &#8222;gro\u00dfen&#8220; Probleme, die wichtig f\u00fcr die Studenten sind. Oft w\u00fcrden schon kleine, lokale L\u00f6sungen f\u00fcr bestimmte konkrete Probleme reichen, um die Studienbedingungen vieler Studenten zu verbessern.<\/p>\n<p>Aber in der aktuellen politischen Auseinandersetzung zwischen Studenten und dem &#8222;System&#8220; gehen solche &#8222;kleinen&#8220; Probleme oft unter. <\/p>\n<p><i>Yvonne Richter<\/i> studiert Japanologie an der Universit\u00e4t Halle. In ihrem Gastbeitrag schildert sie die ganz konkreten Probleme ihrer Studienrichtung; sie erl\u00e4utert was sie tut, um L\u00f6sungen daf\u00fcr finden und erz\u00e4hlt, dass diese Bem\u00fchungen bei den &#8222;Streik-Studenten&#8220; oft gar nicht gut ankommen. <\/p>\n<hr>\n<p><!--more--><\/p>\n<form mt:asset-id=\"12253\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\" contenteditable=\"false\"><a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-6ff236abc3e119da859eaaa33322f3b7-Mahuri.jpg\" onclick=\"window.open('https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-6ff236abc3e119da859eaaa33322f3b7-Mahuri.jpg','popup','width=2500,height=3535,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-8e9990eda399d8e000847df1acc02ce1-Mahuri-thumb-300x424-1.jpg\" alt=\"i-8e9990eda399d8e000847df1acc02ce1-Mahuri-thumb-300x424.jpg\" \/><\/a><\/form>\n<p><big><strong>Japanologie<\/strong><\/big><\/p>\n<p>Seltene F\u00e4cher mit ungew\u00f6hnlichen Inhalten und wenigen Studenten werden zu den <em>Orchideenf\u00e4chern<\/em> gez\u00e4hlt. Zum Beispiel Sinologie, Kristallographie oder Arabistik. Es wird ihnen nachgesagt, dass sie einen hohen Spezialisierungsgrad  und, bedingt durch die wenigen Studenten,  eine gute Betreuung durch die Professoren haben.<\/p>\n<p>\nWenn das die Kriterien sind, dann z\u00e4hlt die Japanologie eigentlich nicht mehr dazu &#8211; sie wird zu einem Modefach. Immer mehr Kinder und Jugendliche lesen Mangas und sehen Animes. <\/p>\n<p>Dadurch fangen sie idealerweise an sich f\u00fcr <i>Kanji<\/i> (Schriftzeichen der japanischen Sprache) und die Kultur zu interessieren und wollen etwas dar\u00fcber lernen. Der Hauptteil dieser Jugendlichen will aber nur die Sprache lernen um sp\u00e4ter Mangas auf Japanisch lesen zu k\u00f6nnen oder als \u00dcbersetzer in einem Mangaverlag zu arbeiten.\n<\/p>\n<p>Das sind aber bei weitem noch nicht alle M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Japanologen. Orchideenf\u00e4cher bilden Nischen f\u00fcr die gro\u00dfen Massenf\u00e4cher wie BWL oder Politikwissenschaften. Wer diese gro\u00dfen F\u00e4chern in Kombination mit einem Orchideenfach wie Japanologie studiert, hat sp\u00e4ter durch sein besonderes Wissen gute Chancen am \u00fcberlaufenen Markt. <\/p>\n<p>Kombiniert mit BWL oder Wirtschaftswissenschaften ist Japanologie eine gute Grundlage, um bei Firmen mit Japanbezug zu arbeiten. Wenn man als einer unter wenigen in der Lage ist japanische Schriften zu lesen, ist man zum Beispiel bei Fachzeitschriften gefragt. <\/p>\n<p>\nAber auch einfach nur die Tatsache das man eine Geisteswissenschat und somit andere Methoden lernt, erh\u00f6ht die Chancen auf dem Markt. Man hat gelernt \u00fcber den Tellerrand zu schauen und somit andere Kulturen, Strukturen und Ideen zu verstehen. <\/p>\n<p>Wie bereits oben erw\u00e4hnt, z\u00e4hlt die Japanologie langsam nicht mehr zu den Orchideenf\u00e4chern. Das kommt durch den hohen Andrang neuer Studenten. Das ist nat\u00fcrlich eine wunderbare Sache, wer freut sich nicht, dass man nicht alleine mit seinen Interessen ist.<br \/>Doch kommt es dadurch zur Verkleinerung der Nischen &#8211; die Besonderheit f\u00e4llt weg. <\/p>\n<p>\nHochschulpolitisch gibt es ein weiteres gro\u00dfes Problem. Dadurch, dass man als \u201ekleines&#8220; Fach gehandhabt wird, werden von der Universit\u00e4t nur wenige Professoren, Lektoren und Mitarbeiter gestellt. Nun bewerben sich aber immer mehr Studenten auf dieses Studiengang. Ihnen muss ein berufsqualifizierendes Studium erm\u00f6glicht werden, sprich: der Sprachunterricht muss funktionieren. <\/p>\n<p>\nIn Halle ist es nun so, dass dieses Semester 70 Erstsemester angenommen worden sind. Der Numerus Clausus (NC)&nbsp; wurde von der Universit\u00e4t aufgehoben, um eine bestimmte Mindestanzahl von Studenten den Zugang zur Universit\u00e4t zu erm\u00f6glichen. Diese Mindestanzahl ist vom Staat vorgegeben und wird sie erreicht erh\u00e4lt die Universit\u00e4t mehr Geld.<\/p>\n<p> Die hohe Anzahl der neuen Studenten schl\u00e4gt sich nun negativ auf den Sprachunterricht aus. Es sitzen 70 Wissbegierige in einem Kurs der urspr\u00fcnglich f\u00fcr 20 ausgelegt wurde. Es kann nicht mehr jeder einzelne so gef\u00f6rdert werden wie es vorgesehen ist. Die Durchfallquote wird ansteigen. Dadurch werden diese \u201eSitzenbleiber&#8220; in einem Jahr wieder bei den Erstsemestern sitzen und den Kurs wiederholen, dass hei\u00dft zu den vielen Neuen, werden ein paar \u201eAlte&#8220; kommen und den Kurs noch weiter vergr\u00f6\u00dfern. <\/p>\n<p>\nDieses Problem kann gel\u00f6st werden, wenn ein weiterer Lektor angestellt werden w\u00fcrde. Der Sprachkurs k\u00f6nnte geteilt werden und der Inhalt k\u00f6nnte besser gelehrt werden. H\u00f6rt sich soweit nach einer einfachen L\u00f6sung an. Ist es jedoch nicht, da die Geldgeber der Universit\u00e4t aufgrund der Gr\u00f6\u00dfe des Faches keinen weiteren Lektor vorsehen. <\/p>\n<p>Dieses Problem wird nun dadurch umgangen, dass die Professoren des Faches den Sprachkurs geteilt und einen Lehrbeauftragten angestellt haben. Lehrbeauftragte sind keine ausgebildeten Lehrer und lediglich Leute, die (speziell f\u00fcr die Japanologie:einen japanischen Pass haben und) gewillt sind kurz auszuhelfen. Au\u00dferdem erhalten sie sehr wenig Geld f\u00fcr sehr viel Arbeit. Ihnen wird nur das Geld f\u00fcr die Dauer des Unterrichtes gew\u00e4hrt. Vorbereitung, Nachbereitung, Korrekturen und so weiter sind unentgeltlich. Keiner w\u00fcrde dies langfristig tun. Um weiteren Qualit\u00e4tsverlust auszugleichen werden Tutorien von \u00e4lteren Semestern, die bereits in Japan studiert haben, gegeben, Sie helfen den Erstsemestern die Grundlagen zu verstehen. <\/p>\n<p>\nSoweit ist die Theorie der Sprache abgedeckt. Aufgrund der noch immer gro\u00dfen Kurse bleibt jedoch das Sprechen selbst auf der Strecke. Die Tutorien werden von Deutschen gehalten und k\u00f6nnen das nicht wirklich auffangen. Die Qualit\u00e4t des Studiums geht verloren.<\/p>\n<p> Nun versuchen wir Studenten selber, das Problem in die Hand zu nehmen und treten an die hohen \u00c4mter der Universit\u00e4t heran, um sie zu \u00fcberzeugen, das kleine Orchideenfach Japanologie finanziell zu st\u00e4rken. <\/p>\n<p><font style=\"font-size: 1.25em;\"><b>Was bringt der Streik?<\/b><\/font><\/p>\n<p>\nHalle sieht den Streik zum Teil anders als ganz Deutschland. Nat\u00fcrlich wird in Halle auch gestreikt &#8211; aber nur von einer Minderheit \u00fcber deren Beweggr\u00fcnde ich mir nicht ganz sicher bin. <\/p>\n<p>\nMeines Erachtens, und der des Gro\u00dfteil meiner Kommilitonen, ist ein Streik der verkehrte Weg irgendetwas zu erreichen. Eventuell als allerletzten Weg, aber nicht fr\u00fcher. Ich habe schon in der Schule gelernt, das ein Streik der Firma schadet. Aber wem wird denn an der Uni geschadet? Den Professoren? Eher nicht. Der Universit\u00e4t? Auch unwahrscheinlich, Hauptsache die Quoten stimmen.<\/p>\n<form mt:asset-id=\"12256\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\" contenteditable=\"false\"><a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-2685aeb85a17dee262a01b5739a65f82-demohalle.jpg\" onclick=\"window.open('https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-2685aeb85a17dee262a01b5739a65f82-demohalle.jpg','popup','width=800,height=600,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-2c8b8ff6661c048bfdbc95a32b1e263c-demohalle-thumb-500x375-1.jpg\" alt=\"i-2c8b8ff6661c048bfdbc95a32b1e263c-demohalle-thumb-500x375.jpg\" \/><\/a><\/form>\n<p align=\"center\"><font style=\"font-size: 0.8em;\"><i>Bild: Yvonne Richter<\/i><\/font>\n<\/p>\n<p>Wir schaden uns doch selber. Denn obwohl gestreikt wird, m\u00fcssen wir am Ende Klausuren oder Hausarbeiten schreiben. In den meisten F\u00e4chern im Bachelor-Studium ist Anwesenheitspflicht. Wer h\u00e4ufiger als zweimal fehlt ist raus und darf den Kurs ein andern mal nachholen. Gut, wessen Eltern Geld haben kann das machen. Aber wer vom <i>Baf\u00f6g<\/i> abh\u00e4ngig ist, kann diesen Weg auch nicht nehmen.<\/p>\n<p>\nWas wird bestreikt? In Halle wei\u00df ich es nicht ganz genau, das sind alles so schwammige Aussagen, wie \u201e<i>Wie m\u00fcssen soviel tun<\/i>&#8222;, \u201e<i>Verschulung<\/i>&#8220; und so weiter. Ja, nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir viel tun, das hier ist keine Schule mehr. Wir wollen doch was lernen, und das m\u00f6glichst schnell, damit wir schnell arbeiten k\u00f6nnen. Wer ernsthaft studiert hat eigentlich kein Problem damit? <\/p>\n<p>Verschulung? Es ist f\u00fcr viele hart \u00fcberall anwesend zu sein und gleichzeitig alles vorgesehenen Kurse zu belegen, wo doch jedes Fach seinen Stundenplan selber aufstellt. Aber da lassen die Professoren auch sehr gut mit sich reden. Ich pers\u00f6nlich halte die Anwesenheitspflicht f\u00fcr wichtig und notwendig: gerade in einer Sprache kann man nicht die H\u00e4lfte der Zeit fehlen. Keiner kann eine Sprache aus einem Buch lernen. Aber auch in den restlichen F\u00e4chern halte ich es f\u00fcr \u00e4u\u00dferst sinnvoll. Das bereitet auch f\u00fcr das Berufsleben vor. Dort muss man auch anwesend sein. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir lernen uns zu organisieren, aber trotzdem wird im sp\u00e4teren Leben h\u00f6chstwahrscheinlich Rahmen vorhanden sein, an dem wir uns halten m\u00fcssen. <\/p>\n<p>\nIch will nicht sagen, dass ich das Bachelorsystem f\u00fcr das beste System halte. Deutschland ist aber auch \u00e4u\u00dferst ungeschickt dabei, es zu verwirklichen. Es ist nicht durchdacht, viele Fakult\u00e4ten wissen nicht was sie wie zu erf\u00fcllen haben, die Studenten kommen dadurch auch nicht mit der Regelstudienzeit klar, m\u00fcssen es jedoch, weil sie sonst keine Gelder&nbsp; mehr bekommen.<\/p>\n<p>\nDazu kommt, dass die Universit\u00e4tsstrukturen nicht daf\u00fcr ausgerichtet sind und es an allen Ecken und Kanten an Materialien, Dozenten und vor allem Geldern fehlt. Aber selbst daf\u00fcr kann die Universit\u00e4t wenig, sie sind selber von den Geldern des Landes und Staates abh\u00e4ngig. Sofort kann man nichts daran \u00e4ndern.<\/p>\n<p>\nIn der Japanologie schlagen wir uns mit \u00fcberlaufenden Sprachkursen herum und versuchen die entsprechenden Personen zu beeinflussen. Das ist ein m\u00fchsamer aber offener Weg. Leider sind Einzelpersonen die H\u00e4nde gebunden. Niemand kann aus reiner Sympathie jemanden etwas zusprechen. \n<\/p>\n<p>Wir sind an den Rektor und dem Prorekor herangetreten &#8211; in einem netten Gespr\u00e4ch bei Kaffee &#8211; und haben bewirkt, dass eine Kapazit\u00e4tenpr\u00fcfung gemacht wird. Dazu werden Richtlinien mit den Daten der momentanen Situation verglichen. Nat\u00fcrlich weichen diese zum Teil stark von der Realit\u00e4t ab, sodass wir darum k\u00e4mpfen werden, dass die Rektoren auch bitte pers\u00f6nlich am Unterricht teilnehmen. <\/p>\n<p>Sollte sich best\u00e4tigen, dass wir \u00fcberlastet sind, werden Ma\u00dfnahmen ergriffen: Einstellung weiterer Dozenten oder NC-Schlie\u00dfung, also ein Semester ohne Neuzug\u00e4nge, sodass sich die Dozenten besser auf die vorhandenen Studenten konzentrieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\nDieser Weg wird l\u00e4nger dauern als erzwungene oder eingeklagte Stellen, aber er ist best\u00e4ndiger.<\/p>\n<p>\nDas Problem bei den momentanen Streiks ist, dass die meisten Studenten bisher keinen anderen Weg &#8211; \u00fcber Gremien und Gespr\u00e4chen &#8211; versucht haben ihre Standpunkte zu erkl\u00e4ren, sondern gleich den radikalen Weg gehen. \n<\/p>\n<p>Der Grund daf\u00fcr mag sein, dass wir Bachelor \u201enur&#8220; 3 Jahre studieren. Den Erstsemestern ist alles erst einmal egal, weil sie noch nichts von den Problemen mitbekommen haben und den F\u00fcnftsemestern ist alles egal, weil sie eh bald weg sind. Also liegt das Gewicht bei den Drittsemestern, die die Probleme kennen und noch eine schnelle L\u00f6sung haben wollen, damit sie selber davon profitieren k\u00f6nnen. Also muss es schnell gehen und das kann kaum \u00fcber den \u201erechtm\u00e4\u00dfigen&#8220; Weg gemacht werden.<\/p>\n<p>\nDie Leute aus Halle, die ich kenne, streiken, weil Streik gleich Party ist. Es werden Ansagen gemacht wie <i>\u201eKommt alle zur Vollversammlung, da besprechen wir den Streikplan und danach Grillen wir mit &#8217;ner Flasche Bier!&#8220;<\/i>. Wenn man sich dann die Besetzungen ansieht, dann feiern die Leute die Nacht durch und haben mindestens eine Kiste Bier pro 3 Mann dabei. <\/p>\n<p>\nBetrachtet man dann den Streiks zur Bildungskonferenz am 17.11.09 in Leipzig, kann ich die Demonstranten allerdings verstehen. Es ging in dem Fall darum, dass selbst ernannte Studentenvertreter sich f\u00fcr Studiengeb\u00fchren und Master-NC-Beschr\u00e4nkungen stark machen wollten. Bedenklich ist hier, dass keiner diese Vertreter gew\u00e4hlt hat und kaum jemand diese Entscheidungen haben will. Also halte ich das Starkmachen hier f\u00fcr gerechtfertigt. Allerdings sind nur etwa 5.000 Studenten von 2,5 Mio. deutschlandweit in Leipzig auf die Stra\u00dfe gegangen. Wenn es hart auf hart kommt, dann fehlen die gro\u00dfen Streiker. (Ich gebe zu, ich war auch nicht vor Ort. Ich war in Halle und habe f\u00fcr mein Fach gek\u00e4mpft.)<\/p>\n<p>\nIch m\u00f6chte nochmal betonen, dass das hier gr\u00f6\u00dftenteils meine Ansicht ist. Ich kenne viele die meiner Meinung sind, aber wenn wir sie den Streikern gegen\u00fcber nennen, werden wir geschnitten. H\u00f6rt sich b\u00f6se an, aber das war letzten Sommer wirklich der Fall. Jeder soll machen was er will, sollte aber auch verstehen, warum andere es nicht tun. Ich verurteile die Streiks nicht grunds\u00e4tzlich &#8211; man sollte nur abw\u00e4gen, ob es wirklich sinnvoll ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An den Universit\u00e4ten wird gestreikt und protestiert. Die Forderungen der demonstrierenden Studenten sind umfassend und das meistens zu Recht. Mit dem Bildungssystem liegt einiges im Argen. \u00dcber die Frage, ob Streiks, Besetzungen und Demonstrationen wirklich das richtige Mittel sind, um solche Forderungen durchzusetzen, habe ich mich ja schon fr\u00fcher besch\u00e4ftigt. 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