{"id":18229,"date":"2009-07-04T12:48:16","date_gmt":"2009-07-04T10:48:16","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2009\/07\/04\/astrotwitter\/"},"modified":"2025-05-14T16:00:59","modified_gmt":"2025-05-14T14:00:59","slug":"astrotwitter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2009\/07\/04\/astrotwitter\/","title":{"rendered":"Astro-Twitter"},"content":{"rendered":"<form mt:asset-id=\"5192\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\" contenteditable=\"false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-99134cfee5c096586cde1696ed407f17-twitter-logo.jpg\" alt=\"i-99134cfee5c096586cde1696ed407f17-twitter-logo.jpg\" \/><\/form>\n<p>Ich habe hier ja im Blog schon \u00f6fter \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/07\/twitter-astronomie.php\">Twitter geschrieben<\/a> und mich vor allem gefragt, <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2009\/01\/wozu-ist-twitter-eigentlich-gut.php\">wozu Twitter eigentlich gut ist<\/a>. Eine h<a href=\"https:\/\/arxiv.org\/abs\/0907.0193\">errvoragende Antwort darauf<\/a> hat nun<em> Stuart Lowe<\/em> vom <a href=\"https:\/\/www.jb.man.ac.u\/\">Jodrell Bank Observatorium<\/a> in England gegeben: eine Vernetzung von Twitter mit Google Sky oder dem World Wide Telescope von Microsoft k\u00f6nnte ganz neue Wege bei der astronomischen \u00d6ffentlichkeitsarbeit und sogar f\u00fcr die wissenschaftliche Forschung er\u00f6ffnen!<br \/>\n<!--more--><br \/>\nIn seinem Artikel &#8222;<i>AstroTwitter<\/i>&#8222;, der in &#8222;<a href=\"https:\/\/dotastronomy.com\/\">.Astronomy: Networked Astronomy and the New Media<\/a>&#8220; erschienen und via <a href=\"https:\/\/arxiv.org\/abs\/0907.0193\">arXiv<\/a> frei zug\u00e4nglich ist, schreibt Lowe \u00fcber seine Erfahrungen bei der \u00d6ffentlichkeitsarbeit f\u00fcr das Jodrell Bank Radioteleskop. Eine der h\u00e4ufigsten Fragen, die er beantworten musste, war: &#8222;Was beobachtet denn das Teleskop gerade?&#8220;.<\/p>\n<p>Aus diesem Anla\u00df hat er begonnen, selbst kleine Programme zu schreiben, die jene Regionen am Himmel anzeigen, auf die das Teleskop gerade gerichtet ist. Im Mikroblogging-Dienst Twitter sieht Lowe nun den idealen Weg, dieses Konzept zu verallgemeinern.<\/p>\n<p>Inspiriert dazu hat ihn der Erfolg der <a href=\"https:\/\/twitter.com\/MarsPhoenix\">Tweets der Marssonde Phoenix<\/a>. Zehntausende Menschen folgten den Nachrichten der Sonde, die \u00fcber ihre aktuelle Arbeit berichtete und unz\u00e4hlige Fragen der Twitter-User beantwortete.<\/p>\n<p>Viele andere Raumsonden folgen dem Vorbild von Phoenix und twittern: <a href=\"https:\/\/twitter.com\/esaherschel\">Herschel<\/a>, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Planck\">Planck<\/a>, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/LRO_NASA\">LCROSS und LRO<\/a>, das <a href=\"https:\/\/twitter.com\/HubbleTelescope\">Hubble-Teleskop<\/a>, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/NASAGLAST\">GLAST<\/a>, etc.&nbsp; Aber nat\u00fcrlich w\u00e4re es auch m\u00f6glich, dass die gro\u00dfen Teleskope auf der Erde twittern, was sie gerade beobachten. Da die Teleskopsteuerung sowieso per Computer erfolgt, w\u00fcrde sich so etwas leicht automatisieren lassen. Das <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Paranal\">VLT (Very Large Telescope)<\/a> der ESO hatte so was \u00e4hnliches <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Paranal\/status\/876161392\">fr\u00fcher sogar mal gemacht<\/a> &#8211; aber den Dienst mittlerweile wieder eingestellt. <\/p>\n<p>Lowe stellt sich nun vor, dass alle gro\u00dfen Teleskope auf diese Art und Weise vernetzt sind und live ihren jeweiligen Status twittern. Diese Informationen k\u00f6nnten dann mit Online-Himmelskarten wie z.B. <a href=\"https:\/\/www.google.com\/sky\/\">Google Sky<\/a> oder dem <a href=\"https:\/\/www.worldwidetelescope.org\/\">World Wide Telescope<\/a> kombiniert werden. So w\u00e4re es m\u00f6glich, \u00fcber das Internet jederzeit genau zu sehen, welche Himmelsregionen die Teleskope gerade beobachten. <\/p>\n<form mt:asset-id=\"8956\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\" contenteditable=\"false\"><a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-0d51c92a52a577631859501f469b8c74-Astrotwitter.jpg\" onclick=\"window.open('https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-0d51c92a52a577631859501f469b8c74-Astrotwitter.jpg','popup','width=596,height=382,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-d7df27b234491eb90d29ca9e423be635-Astrotwitter-thumb-500x320-1.jpg\" alt=\"i-d7df27b234491eb90d29ca9e423be635-Astrotwitter-thumb-500x320.jpg\" \/><\/a><\/form>\n<p>F\u00fcr die \u00d6ffentlichkeitsarbeit w\u00e4re so ein AstroTwitter-Dienst nat\u00fcrlich eine geniale Sache! Jeder k\u00f6nnte quasi live mit dabei sein, wenn die Astronomen ihrer Arbeit nachgehen. Aber auch Wissenschaftler k\u00f6nnten profitieren: viele Beobachtungen machen die Astronomen heute nicht mehr selbst; sie werden von Angestellten des Teleskops durchgef\u00fchrt und dann an die Wissenschaftler weitergeleitet. Mit AstroTwitter kann man schnell \u00fcberpr\u00fcfen, ob wirklich das beobachtet wird, was gew\u00fcnscht war. Es w\u00fcrde sich auch herausfinden lassen, welche Bereiche des Himmels sehr stark bzw. sehr wenig beobachtet werden. Und f\u00fcr mein aktuelles Arbeitsgebiet &#8211; das <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/12\/eurovo-das-europaische-virtuelle-observatorium.php\">virtuelle Observatorium<\/a> &#8211; sehe ich ebenfalls jede Menge Ankn\u00fcpfungspunkte: aktuelle Aufnahmen k\u00f6nnten via AstroTwitter direkt mit schon existierenden Daten aus dem virtuellen Observatorium verkn\u00fcpft werden.&nbsp; <\/p>\n<p>Allerdings gibt es auch Nachteile: so ein Tool w\u00fcrde sich nat\u00fcrlich auch hervorragend f\u00fcr die wissenschaftliche &#8222;Spionage&#8220; eignen. Wenn z.B. eine Exoplaneten-Arbeitsgruppe \u00fcber lange Zeiten hinweg immer wieder den selben Stern beobachtet, dann w\u00fcssten die anderen Gruppen schnell, dass hier vermutlich gerade ein neuer Planet entdeckt wird und k\u00f6nnten sich bem\u00fchen, diesen Planeten schneller zu entdecken (sie wissen ja jetzt immerhin schon, wo sie suchen m\u00fcssen). Aber vermutlich k\u00f6nnte man das Problem leicht l\u00f6sen, indem man den Astronomen bei ihren Beobachtungsantr\u00e4gen die M\u00f6glichkeit freil\u00e4\u00dft, ihre Ziele nicht zu twittern.<\/p>\n<p>Ich finde die Idee des AstroTwitters jedenfalls genial (und wie das <a href=\"https:\/\/www.technologyreview.com\/blog\/arxiv\/23790\/\">arXiv-Blog anmerkt<\/a>, spricht nichts dagegen, das Konzept auch auf Teilchenbeschleuniger und andere gro\u00dfe Forschungseinrichtungen anzuwenden). Jetzt muss sich nur noch jemanden finden, der das auch umsetzt. Mal sehen, vielleicht kann ich ja ein paar Leute vom virtuellen Observatorium davon \u00fcberzeugen, sich mit AstroTwitter zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe hier ja im Blog schon \u00f6fter \u00fcber Twitter geschrieben und mich vor allem gefragt, wozu Twitter eigentlich gut ist. 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