{"id":17667,"date":"2008-10-18T18:29:53","date_gmt":"2008-10-18T16:29:53","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2008\/10\/18\/erich-von-daniken-gotterdammerung\/"},"modified":"2025-05-14T15:59:33","modified_gmt":"2025-05-14T13:59:33","slug":"erich-von-daniken-gotterdammerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2008\/10\/18\/erich-von-daniken-gotterdammerung\/","title":{"rendered":"Erich von D\u00e4niken: G\u00f6tterd\u00e4mmerung"},"content":{"rendered":"<p>Gestern hatte ich das &#8222;Vergn\u00fcgen&#8220; mir den <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/09\/erich-von-daniken-kommt-nach-jena.php\">aktuellen Vortrag<\/a> von Erich von D\u00e4niken anzuh\u00f6ren: <i>&#8222;G\u00f6tterd\u00e4mmerung&#8220;<\/i>. Und wie versprochen kommt hier mein (ausf\u00fchrlicher) Bericht <b>(Note: an english version of this article can be found at <a href=\"https:\/\/scienceblogs.com\/aardvarchaeology\/2008\/11\/erich_von_daniken_twilight_of.php\">Aardvarchaeology<\/a>)<\/b>.<\/p>\n<p>Der Saal im Volkshaus Jena war erstaunlich gut gef\u00fcllt. Ich sch\u00e4tze, dass etwa 650 bis 700 Zuh\u00f6rer anwesend waren. Schon irgendwie ein seltsames Gef\u00fchl mit all diesen Leuten in einem Raum zu sein und zu wissen, dass wohl die Mehrheit von ihnen an das glauben wird, was D\u00e4niken heute erz\u00e4hlen wird.<\/p>\n<p><font style=\"font-size: 1.25em;\"><b>Die Theorie<\/b><\/font><\/p>\n<form mt:asset-id=\"3813\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\" contenteditable=\"false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-2e9345d48f8c84828d9a38c1b49e7277-daeniken1.jpg\" alt=\"i-2e9345d48f8c84828d9a38c1b49e7277-daeniken1.jpg\" \/><\/form>\n<p><i>&#8222;Heute geht es um etwas grunds\u00e4tzliches!&#8220;<\/i>, mit dieser Ank\u00fcndigung beginnt D\u00e4niken seinen Vortrag. Und er erw\u00e4hnte auch gleich selbstsicher seine zweifelhafte Reputation <i>&#8222;\u00dcber mich erz\u00e4hlt man allen m\u00f6glichen Unsinn&#8220;<\/i>. Dann verk\u00fcndete er, dass er zuerst mit ein wenig &#8222;Theorie&#8220; beginnen m\u00fcsse. <i>&#8222;Die Wissenschaftler&#8220;<\/i> glauben n\u00e4mlich nicht, was er erz\u00e4hlt &#8211; und das muss er richtig stellen. \u00dcbrigens sprach er den ganzen Vortrag immer nur von <i>&#8222;den Wissenschaftlern&#8220;<\/i> oder den <i>&#8222;schlauen M\u00e4nnern&#8220;<\/i> ohne die Kritiker beim Namen zu nennen &#8211; im Gegensatz zu seinen Unterst\u00fctzer die er ausf\u00fchrlichst vorstellte. Die ungl\u00e4ubigen Wissenschaftler jedenfalls meinen, dass 1) Au\u00dferirdische nicht existieren, dass sie 2) vollkommen anders als die Menschen aussehen w\u00fcrden und selbst wenn es sie g\u00e4be, 3) niemals zur Erde kommen k\u00f6nnten weil die Distanzen zu gro\u00df sind.<\/p>\n<p>Diese Aussagen will D\u00e4niken entkr\u00e4ften und sprach daher zuerst \u00fcber Raumfahrt. Nach der kryptischen Aussage dass es <i>&#8222;Triebwerke der Zukunft geben wird&#8220;<\/i> erkl\u00e4rte er wie wir schon mit heutiger Technik zu den Sternen reisen k\u00f6nnten. Man m\u00fcsste nur (50 Shuttle-Fl\u00fcge pro Jahr sollten reichen) genug Material f\u00fcr ein gro\u00dfes Raumschiff in den Orbit bringen und dort zusammenbauen &#8211; am Besten ein rotierendes mit k\u00fcnstlicher Gravitation. Dieses Raumschiff k\u00f6nnte dann 2% der Lichtgeschwindigkeit erreichen und damit in 500 Jahren 10 Lichtjahre weit reisen. Auf so einem Generationenschiff w\u00fcrden die Menschen dann durchs Weltall reisen, leben und sterben und alles f\u00fcr den Bau eines zweiten Schiffs vorbereiten. Wenn sie dann n\u00e4mlich einen bewohnbaren Planeten gefunden haben wird gleich das n\u00e4chste Generationenschiff losgeschickt &#8211; usw. Mit diesem System k\u00f6nnte man die Milchstrasse innerhalb von 10 Millionen Jahren komplett besiedeln, meint D\u00e4niken.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die \u00c4hnlichkeit zwischen Menschen und Au\u00dferirdischen hat D\u00e4niken eine Erkl\u00e4rung:<i> Panspermie<\/i>! Diese durch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Svante_Arrhenius\">Svante Arrhenius<\/a> (und sp\u00e4ter durch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fred_Hoyle\">Fred Hoyle<\/a>) bekannt gewordene Theorie besagt, dass das Leben auf der Erde aus dem Weltraum stammt. Laut dieser Theorie k\u00f6nnen sich einfachste Lebensformen auch im Weltall behaupten und beispielsweise mit Meteoriten auf die Erde kommen. D\u00e4niken betont extra, dass Arrhenius ein Nobelpreistr\u00e4ger war (er hat den Preis allerdings f\u00fcr andere Leistungen bekommen) &#8211; obwohl der eigentlich nicht von Au\u00dferirdischen spricht. Da h\u00e4tte er sich lieber den Nobelpreistr\u00e4ger <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Francis_Crick\">Francis Crick<\/a> als Autorit\u00e4t aussuchen sollen: der ist n\u00e4mlich ein Anh\u00e4nger der <i>gerichteten Panspermie<\/i>. Au\u00dferirdische h\u00e4tten gezielt Lebenskeime ins All gesandt, um so Leben auf so vielen Planeten wie m\u00f6glich zu verbreiten. Das behauptet auch D\u00e4niken und da die Evolution unter \u00e4hnlichen Bedingungen auch angeblich immer \u00e4hnlich verl\u00e4uft, ist es kein Wunder, wenn die Au\u00dferirdischen uns \u00e4hneln. Wo die urspr\u00fcngliche Zivilisation herkommt, kann aber auch D\u00e4niken nicht sagen. Er wirft allerdings noch einen seltsamen und unpassenden Satz in die Runde in dem er behauptet, dass <i>&#8222;Schwarze L\u00f6cher Energie aussenden und ein neuer Urknall entsteht&#8220;<\/i>. Keine Ahnung was er damit sagen wollte. <\/p>\n<p>Prinzipiell ist soweit noch alles in Ordnung. Die Idee der Generationenschiffe und der Panspermie sind &#8211; wenn auch sehr unwahrscheinlich &#8211; theoretisch m\u00f6glich. Wenn die Menschen es wollten, k\u00f6nnten wir tats\u00e4chlich so ein Generationenschiff bauen. Das w\u00e4re zwar wahnsinnig kompliziert und aufwendig und unvorstellbar teuer &#8211; aber machbar. Auch die Panspermie-Theorie ist vielleicht korrekt. <\/p>\n<p>So richtig schr\u00e4g wird es dann aber im n\u00e4chsten Teil des Vortrags.<\/p>\n<p><font style=\"font-size: 1.25em;\"><br \/><b>Alte \u00dcberlieferungen<\/b><\/font><\/p>\n<p>Nachdem klargestellt wurde, dass Au\u00dferirdische tats\u00e4chlich existieren k\u00f6nnten, will D\u00e4niken nun beweisen, dass sie uns regelm\u00e4\u00dfig besuchen. Denn das tun sie &#8211; um nach dem Rechten zu sehe, uns Menschen etwas beizubringen und evolution\u00e4r ein bisschen auf die Spr\u00fcnge zu helfen. Daf\u00fcr bringt D\u00e4niken <i>&#8222;Indizien die man nicht widerlegen kann&#8220;<\/i>.<\/p>\n<p>Im folgenden Teil kommt das was D\u00e4niken am besten kann: alte religi\u00f6se Texte und arch\u00e4ologische Belege so uminterpretieren, dass sie zu seinen Thesen passen. In schneller Folge wirft er nun Bilder an die Wand &#8211; meistens so schnell, dass mir kaum genug Zeit bleibt, um mir ausreichend Notizen f\u00fcr eine sp\u00e4tere \u00dcberpr\u00fcfung zu machen. <\/p>\n<p>Er beginnt mit Stonehenge. D\u00e4niken meint, es w\u00fcrde viele Theorien dar\u00fcber existieren, was Stonehenge sein solle und <i>&#8222;die mit dem Kalender ist die bl\u00f6deste davon&#8220;<\/i>. Laut D\u00e4niken sei Stonehenge ein ma\u00dfstabsgetreues Modell des Planetensystems &#8211; komplett mit Asteroideng\u00fcrtel, den die Menschen damals nat\u00fcrlich noch nicht kennen konnten. Leider war das Bild dazu wieder so schnell verschwunden, sodass ich es noch nicht geschafft hatte, herauszufinden was er damit genau meinte. Laut D\u00e4niken w\u00fcrden noch 16 weitere pr\u00e4historische Modelle des Sonnensystems auf der Welt existieren. <\/p>\n<p>Dann folgten die ber\u00fchmten Linien und Kreise. D\u00e4niken zeigte Landkarten mit verschiedenen Orten, die sich alle durch eine Linie verbinden lassen. An diesen Orten finden sich pr\u00e4historische Bauwerke und die Tatsache, dass sie alle auf einer Linie liegen, ist ein Beweis f\u00fcr au\u00dferirdischen Einfluss. Jetzt wurde D\u00e4niken ein bisschen wirr. Er erz\u00e4hlte von \u00dcberlegungen wie man den Au\u00dferirdischen unsere Existenz klarmachen k\u00f6nne. Dazu gab es anscheinend fr\u00fcher mal die Idee, gro\u00dfe Kornfelder in Dreiecksform anzulegen. Wenn man das aus dem All beobachtet, ist klar, dass hier eine Intelligenz am Werk war. Den gleichen Zweck sollen wohl die mysteri\u00f6sen &#8222;Linien&#8220; erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Mir ist das allerdings nicht ganz klar. Auch Au\u00dferirdische m\u00fcssen sich an die Naturgesetze halten und k\u00f6nnen nicht so einfach Teleskope bauen mit denen sich Kornfelder auf der Erde aus einigen Lichtjahren Entfernung beobachten lassen. Und die &#8222;Linien&#8220; von D\u00e4niken sind ja auch keine gro\u00dfen Striche in der Landschaft sondern nur gedachte Verbindungen einiger Orte &#8211; das l\u00e4sst sich noch viel schlechter beobachten. Wenn, dann m\u00fcssten sie schon im Orbit um die Erde sein um das zu sehen &#8211; und dann w\u00e4re der Aufwand gar nicht mehr n\u00f6tig. Und \u00fcberhaupt: ich dachte, es w\u00e4ren die Au\u00dferirdischen gewesen, die den Menschen beim Bau dieser Anlagen geholfen h\u00e4tten. Wozu m\u00fcssen die etwas ins Weltall signalisieren?<\/p>\n<p>F\u00fcr D\u00e4niken scheint die Sache jedenfalls klar zu sein und er bringt munter weitere Beispiele. Im ganzen antiken Griechenland finden sich anscheinend Dreiecke; Repr\u00e4sentationen des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Goldener_Schnitt\">goldenen Schnitts<\/a> und Kreise: man muss nur die Positionen bestimmter alter St\u00e4dte verbinden. Auch hier folgen die Folien zu schnell aufeinander, als dass ich mir alles merken h\u00e4tte k\u00f6nnen. Ein Beispiel konnte ich allerdings schnell noch abzeichnen: nimmt man <i>Knossos<\/i> auf Kreta als Mittelpunkt, dann k\u00f6nne man angeblich einen Kreis ziehen auf dem <i>Sparta<\/i> und <i>Epidaurus<\/i> liegen. Abgesehen davon, dass ich dieser Tatsache prinzipiell nicht allzu viel Bedeutung zugemessen h\u00e4tte, ist das ein typisches Beispiel f\u00fcr die D\u00e4nikensche <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pyramidologie\">Pyramidologie<\/a>: wenn man lang genug sucht, dann findet man immer irgendwelche Orte die in bestimmten geometrischen Mustern angeordnet sind. Wenn man Pyramiden oder andere Baumerke vermisst, kann man die erhaltenen Zahlen immer irgendwie so kombinieren, dass bestimmte Naturkonstanten dabei herauskommen &#8211; usw. <\/p>\n<p>F\u00fcr D\u00e4niken sind die diversen geometrischen Muster jedenfalls h\u00f6chst bedeutend. Und die <i>&#8222;schlauen Menschen die immer nur daher quatschen sollen einfach mal einen Zirkel und eine Karte von Griechenland nehmen und das Staunen neu lernen!&#8220;<\/i>. Das macht D\u00e4niken w\u00e4hrend seines Vortrags \u00f6fter: er fordert das Publikum auf, alles nachzulesen bzw. nachzurechnen. Alles sei ganz einfach von jedermann \u00fcberpr\u00fcfbar; niemand m\u00fcsse sich auf sein Wort verlassen. Das klingt zuerst recht vertrauenserweckend &#8211; aber D\u00e4niken sagt sowas bevorzugt immer dann, wenn eine Nachpr\u00fcfung gar nicht so einfach ist, wie man zu glauben meint (dazu sp\u00e4ter mehr). <\/p>\n<p>Aber da ich ja ein <i>&#8222;schlauer Mensch&#8220;<\/i> bin, viel <i>&#8222;daher quatsche&#8220;<\/i> und auf jeden Fall <i>&#8222;das Staunen neu lernen&#8220;<\/i> m\u00f6chte, habe ich das mit der Karte von Griechenland nat\u00fcrlich \u00fcberpr\u00fcft. Obwohl &#8211; eigentlich g\u00e4be es daf\u00fcr ja gar keinen Grund. D\u00e4nikens Bilder waren doch schon so klar und eindeutig &#8211; was soll man da noch \u00fcberpr\u00fcfen? Ich konnte leider kein Foto machen &#8211; aber bei ihm sah das in etwa so aus (die Karten stammen von <i>Google Maps<\/i>):<\/p>\n<form mt:asset-id=\"3814\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\" contenteditable=\"false\"><a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-6d8d03a0c36201d4044b7df53f33d89e-griechen1.jpg\" onclick=\"window.open('https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-6d8d03a0c36201d4044b7df53f33d89e-griechen1.jpg','popup','width=1985,height=1082,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-dfe04c51e23b9be50f4c59737793777b-griechen1-thumb-500x272-1.jpg\" alt=\"i-dfe04c51e23b9be50f4c59737793777b-griechen1-thumb-500x272.jpg\" \/><\/a><\/form>\n<div>Ist doch eindeutig! Sparta und Epidaurus liegen genau auf einem Kreis mit Knossos im Mittelpunkt. Ich konnte aber doch nicht widerstehen und habe mir das mal genauer angesehen. Mit einer normalen Karte von Griechenland kommt man allerdings nicht weit. Erstmal muss man n\u00e4mlich herausfinden, wo Sparta, Epidaurus und Knossos \u00fcberhaupt gelegen haben! Die alten St\u00e4dte gibt es ja nicht mehr. Aber mit ein bisschen Recherche war das kein Problem. Ich habe den Kreis also nachgezeichnet, dazu einen etwas anderen Ma\u00dfstab und auch nicht ganz so fette Punkte zur Markierung verwendet wie D\u00e4niken. Und dann sieht das so aus:<\/p>\n<form mt:asset-id=\"3817\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\" contenteditable=\"false\"><a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-3b91ef79fe60f14cebfeb36530e93929-griechen2.jpg\" onclick=\"window.open('https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-3b91ef79fe60f14cebfeb36530e93929-griechen2.jpg','popup','width=1337,height=1080,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-d63fa9f216f644772106531a652c1921-griechen2-thumb-500x403-1.jpg\" alt=\"i-d63fa9f216f644772106531a652c1921-griechen2-thumb-500x403.jpg\" \/><\/a><\/form>\n<p>Tja &#8211; nichts mehr mit &#8222;exakt auf einer Kreislinie&#8220;. Aber das ist typisch f\u00fcr Pseudowissenschaften. Wenn man lang genug sucht und probiert findet man schon irgendetwas, das einigerma\u00dfen passt. Und wenn es nicht ganz so passt, dann kann man es leicht passend machen. Ich unterstelle D\u00e4niken hier ja nicht mal eine absichtliche T\u00e4uschung. Aber wenn man was gefunden hat, dass die eigene Theorie zu untermauern scheint, dann verzichtet man in der Pseudowissenschaft auch gerne mal auf eine genauere Pr\u00fcfung.<\/p>\n<p><font style=\"font-size: 1.25em;\"><b>Die G\u00f6tter sind Au\u00dferirdische<\/b><\/font><\/p>\n<p>Nun packte D\u00e4niken die alten religi\u00f6sen \u00dcberlieferungen aus. Von den Ureinwohnern Nord- und S\u00fcdamerikas, \u00fcber die alten Inder, bis hin zur Bibel pr\u00e4sentiert er Beispiel aus alten Texten, die seiner Meinung nach genau beschreiben wie Au\u00dferirdische vor vielen Jahrtausenden die Menschen besuchten. <\/p>\n<p>D\u00e4niken erz\u00e4hlt von den \u00dcberlieferungen der Hopi-Indianer, die daran glauben, dass ihre G\u00f6tter irgendwann einmal wiederkehren werden und er erz\u00e4hlt lange von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arjuna_%28Mythologie%29\">Arjuna<\/a> aus dem hinduistschen <i>Mahabarata<\/i>. Der sei n\u00e4mlich von den au\u00dferirdischen Lehrern zu ihrem Mutterschiff in den Erdorbit gebracht worden. Und anhand der Angaben in den alten indischen Texten konnte D\u00e4niken das Raumschiff exakt rekonstruieren. So sah es aus:<\/p>\n<form mt:asset-id=\"3822\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\" contenteditable=\"false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-135bdccf0dedab655d6755f3a0dcf9a6-daeniken2.jpg\" alt=\"i-135bdccf0dedab655d6755f3a0dcf9a6-daeniken2.jpg\" \/><\/form>\n<p>Wow! Also ich kann leider kein Sanskrit und kann den Text im Original nicht nachlesen. Aber irgendwie bezweifle ich, dass das alles dort so exakt beschrieben wird. Dieses Bild stammt \u00fcbrigens aus einer minutenlangen Filmsequenz in der noch ein paar andere gro\u00dfe Raumschiffe zu sehen sind. <\/p>\n<p>Danach kommt D\u00e4niken auf die Apokryphen zu sprechen: die Texte, die von den b\u00f6sen Kirchenv\u00e4tern nicht in die Bibel aufgenommen wurden. D\u00e4niken ist generell nicht gut auf Religion anzusprechen und brachte immer wieder die eine oder andere Spitze gegen sie bzw. ihre Anh\u00e4nger. <\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Slawisches_Henochbuch\">Buch Henoch<\/a> beispielsweise erz\u00e4hlt von Henochs Tour durch den Himmel wo ihm Engel alles M\u00f6gliche zeigen. Die Engel waren nat\u00fcrlich Au\u00dferirdische und der Himmel ein Raumschiff. D\u00e4niken meint sogar anhand dieses Buches k\u00f6nne er allen au\u00dferirdischen <i>&#8222;Lehrern&#8220;<\/i> Namen und Fachgebiet zuordnen. <\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Text den D\u00e4niken vorstellt, ist wieder ein wunderbares Beispiel f\u00fcr die selektive Art und Weise wie er seine &#8222;Indizien&#8220; pr\u00e4sentiert. Es geht um die <i>&#8222;Apokryphen des Abraham&#8220;<\/i>. Dort wird von Abraham erz\u00e4hlt, wie er als Junge von Au\u00dferirdischen entf\u00fchrt und auf ihr Raumschiff gebracht wurde. Bei seinen Ausf\u00fchrungen deutet D\u00e4niken durch seine Art zu sprechen immer wieder an, dass es sich um exakte Zitate aus dem Text handelt. Und die klingen wirklich beeindrucken. Abraham sah Wesen die &#8222;<i>hatten nicht eines Menschen Atem<\/i>&#8220; &#8211; sie trugen n\u00e4mlich Raumanz\u00fcge mit Atemmasken. Auf dem Raumschiff ging es ihm nicht gut, er &#8222;<i>w\u00fcnschte wieder auf die Erde nieder zu fallen<\/i>&#8220; &#8211; also muss er ja wohl im Weltraum gewesen sein. Am Ende von D\u00e4nikens Ausf\u00fchrungen konnte man gar nicht anders als den Eindruck zu haben, hier w\u00fcrde tats\u00e4chlich eine au\u00dferirdische Entf\u00fchrung beschrieben. Selbst ich war ein wenig beeindruckt und hab mich gefragt, was dieser Text wohl zu bedeuten hat. Denn selbst D\u00e4niken w\u00e4re vermutlich nicht so dreist, das alles einfach zu erfinden.<\/p>\n<p>Und auch hier hat er wieder darauf hingewiesen, dass jeder das alles leicht selbst nachpr\u00fcfen kann. Man kann ja einfach nachlesen was dort geschrieben steht. Das habe ich nat\u00fcrlich probiert. Das war aber wieder nicht so einfach, wie D\u00e4niken es aussehen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Erstmal sind die <i>&#8222;Apokryphen des Abraham&#8220;<\/i> keine wirklichen Apokryphen und daher auch nicht in den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Apokryphe\">g\u00e4ngigen Kompilationen<\/a> zu finden. Nach ein bisschen Recherche war klar, dass es sich bei dem Text um die &#8222;<i>Apokalypse des Abraham<\/i>&#8220; handeln muss &#8211; eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pseudepigraphie\">Pseudoepigraphie<\/a> aus dem ersten Jahrhundert. Der Text ist im Original verloren und nur in Altkirchenslawisch \u00fcberliefert. Ich habe aber noch eine <a href=\"https:\/\/www.pseudepigrapha.com\/pseudepigrapha\/Apocalypse_of_Abraham.html\">englische \u00dcbersetzung<\/a> gefunden. Wo D\u00e4niken seine angeblichen deutschen Zitate her hat, kann ich nicht sagen &#8211; er meinte in seinem neuen Buch w\u00e4ren alle Quellen exakt aufgef\u00fchrt. Liest man den englischen Text, dann erkennt man die Stellen wieder von denen D\u00e4niken gesprochen hat:<\/p>\n<blockquote><p><i>&#8222;And it came to pass when I heard the voice pronouncing such words to me that I looked this way and that. And behold there was no breath of man. And my spirit was amazed, and my soul fled from me. And I became like a stone, and fell face down upon the earth, for there was no longer strength in me to stand up on. (Kapitel 10, 1-2)&#8220;<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>F\u00fcr D\u00e4niken ist hier die Begegnung mit einem Au\u00dferirdischen beschrieben. In seinen Ausf\u00fchrungen hat er au\u00dferdem den Eindruck erweckt, die Geschichte w\u00fcrde nur aus dem Inhalt bestehen den er dem Publikum vorsetzt. In Wahrheit sind die von D\u00e4niken erw\u00e4hnten S\u00e4tze \u00fcber den ganzen Text verstreut und verlieren im Kontext und dem englischen &#8222;Original&#8220; enorm an Bedeutung was die Behauptung, einer au\u00dferirdischen Entf\u00fchrung angeht. Er hat sich hier ganz offensichtlich ein paar S\u00e4tze rausgesucht und sie kreativ seiner Theorie angepasst &#8211; so wie weiter oben bei den mysteri\u00f6sen Kreisen und Linien in Griechenland. <\/p>\n<p>Da mein Altkirchenslawisch leider ein bisschen eingerostet ist, kann ich hier keine tiefergehende Analyse durchf\u00fchren &#8211; aber auch so ist klar, dass hier sehr viel von D\u00e4nikens Phantasie im Spiel ist und wenig eigentliche Fakten.<\/p>\n<p>Zum Abschluss des religi\u00f6sen Teils kommt nat\u00fcrlich noch die ber\u00fchmte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ezechiel\">Hesekiel-Geschichte<\/a>. Auch hier wird ein Prophet von Au\u00dferirdischen entf\u00fchrt und zu einem Raumhafen gebracht, den er dann vermessen soll, auf das die sp\u00e4teren Generationen genau Bescheid w\u00fcssten dass Au\u00dferirdische da waren. Meint zumindest D\u00e4niken. Er hat auch vor 30 Jahren einen &#8222;geheimen&#8220; Vortrag bei der NASA gehalten und dort von Hesekiel erz\u00e4hlt. Ein NASA-Ingenieur, Joseph Blumrich, war davon so angetan, dass er ausgehend vom Text aus der Bibel das <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Spaceships_of_Ezekiel\">entsprechende Raumschiff rekonstruiert<\/a> hat. Auch hier wurde &#8222;<i>kein Zentimeter vergessen oder hinzugef\u00fcgt&#8220;<\/i> wie D\u00e4niken betont &#8211; alles basiere rein auf dem biblischen Text. <\/p>\n<p>Hier ein Ausschnitt aus dem relevanten <a href=\"https:\/\/www.combib.de\/bibel\/ue\/hese1.html\">ersten Kapitel des Hesekiel-Buchs<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p><i>&#8222;Und ich sah: und siehe, ein Sturmwind kam von Norden her, eine gro\u00dfe Wolke und ein Feuer, sich ineinander schlingend, und ein Glanz rings um dieselbe; und aus seiner Mitte, aus der Mitte des Feuers her, strahlte es wie der Anblick von gl\u00e4nzendem Metall.<br \/>Und aus seiner Mitte hervor erschien die Gestalt von vier lebendigen Wesen; und dies war ihr Aussehen: Sie hatten die Gestalt eines Menschen.<br \/>Und jedes hatte vier Angesichter, und jedes von ihnen hatte vier Fl\u00fcgel. Und ihre F\u00fc\u00dfe waren gerade F\u00fc\u00dfe, und ihre Fu\u00dfsohlen wie die Fu\u00dfsohle eines Kalbes; und sie funkelten wie der Anblick von leuchtendem Erze.<\/i><br \/><i>Und Menschenh\u00e4nde waren unter ihren Fl\u00fcgeln an ihren vier Seiten; und die vier hatten ihre Angesichter und ihre Fl\u00fcgel.<\/i><br \/><i>Ihre Fl\u00fcgel waren verbunden einer mit dem anderen; sie wandten sich nicht, wenn sie gingen: Sie gingen ein jeder stracks vor sich hin.<br \/>Und die Gestalt ihres Angesichts war eines Menschen Angesicht; und rechts hatten die vier eines L\u00f6wen Angesicht, und links hatten die vier eines Stieres Angesicht, und eines Adlers Angesicht hatten die vier. <br \/>Und ihre Angesichter und ihre Fl\u00fcgel waren oben getrennt; jedes hatte zwei Fl\u00fcgel miteinander verbunden, und zwei, welche ihre Leiber bedeckten. <br \/>Und sie gingen ein jedes stracks vor sich hin; wohin der Geist gehen wollte, gingen sie; sie wandten sich nicht, wenn sie gingen.<br \/>Und die Gestalt der lebendigen Wesen: Ihr Aussehen war wie brennende Feuerkohlen, wie das Aussehen von Fackeln. Das Feuer fuhr umher zwischen den lebendigen Wesen; und das Feuer hatte einen Glanz, und aus dem Feuer gingen Blitze hervor. Und die lebendigen Wesen liefen hin und her wie das Aussehen von Blitzstrahlen&#8220;<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>In diesem Stil geht das noch ein bisschen weiter. Aber f\u00fcr Blumrich und D\u00e4niken ist es anscheinend eindeutig das dieser Text nichts anderes beschreibt als exakt dieses Raumschiff: <\/p>\n<form mt:asset-id=\"3824\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\" contenteditable=\"false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-70bfd36d57b0e0b301b0781876cf3414-blumrich.jpg\" alt=\"i-70bfd36d57b0e0b301b0781876cf3414-blumrich.jpg\" \/><\/form>\n<div align=\"center\"><font style=\"font-size: 0.8em;\"><i>Bild aus <a href=\"https:\/\/www.amazon.com\/exec\/obidos\/tg\/detail\/-\/0553083783\/qid=1117039349\/sr=8-1\/ref=pd_csp_1\/102-7821183-1160135?v=glance&amp;s=books&amp;n=507846\"><em>The Spaceships of Ezekiel<\/em><\/a> (Bantam. ISBN 0553083783) via <a href=\"https:\/\/www.skeptic.com\/eskeptic\/05-07-28.html\">Skeptic<\/a><\/i><\/font><\/div>\n<p>Beeindruckend! Vor allem die Phantasie von Blumrich beeindruckt hier &#8211; denn ohne die h\u00e4tte er dieses Raumschiff aus obigem Text wohl kaum &#8222;rekonstruieren&#8220; k\u00f6nnen. Der Hesekiel-Text mag zwar ein wenig seltsam klingen &#8211; aber es gibt wesentlich vern\u00fcnftigere Interpretationen dazu als die mit dem Raumschiff (<a href=\"https:\/\/www.skeptic.com\/eskeptic\/05-07-28.html\">hier<\/a> z.B.).<\/p>\n<p>Auch die Abmessungen des Tempels die von Hesekiel beschrieben werden lassen laut D\u00e4niken eine <i>&#8222;exakte&#8220;<\/i> Rekonstruktion zu. Und heraus kommt nat\u00fcrlich eine Lande- und Wartungsstation f\u00fcr das Raumschiff. F\u00fcr D\u00e4niken sind das jetzt keine Indizien mehr sondern <i>&#8222;Beweise&#8220;<\/i> f\u00fcr die Anwesenheit Au\u00dferirdischer auf der Erde.<\/p>\n<p>Witzig ist dann noch D\u00e4nikens Kritik an den Theologen mit der er diesen Teil seines Vortrags beendet. Bei der \u00dcbersetzung und Kompilation der religi\u00f6sen Texte spricht von einer <i>&#8222;Verf\u00e4lschung der alten Texte&#8220;<\/i> und von <i>&#8222;zusammengebogenen Texten damit sie zu den Vorstellungen der Autoren passen&#8220;<\/i>. Ich musste mir ein Lachen verkneifen \ud83d\ude09<\/p>\n<p><font style=\"font-size: 1.25em;\"><b>Warum das alles?<\/b><\/font> <\/div>\n<div>Aber warum das alles? Warum machen sich die Au\u00dferirdischen die gro\u00dfe M\u00fche \u00fcberall auf der Welt Bauwerke und religi\u00f6se Texte zu inspirieren bzw. zu schaffen, die verschl\u00fcsselt Beweise f\u00fcr ihre Anwesenheit enthalten? <\/p>\n<p>Laut D\u00e4niken sind das Botschaften an die Zukunft. Die Au\u00dferirdischen haben &#8222;<i>eindeutige Beweise&#8220;<\/i> zur\u00fcckgelassen und wollten dass sie erst gefunden werden, wenn die Menschheit bereit daf\u00fcr ist. Wir Menschen m\u00fcssen nun nach den Beweisen suchen und werden deswegen von den Aliens auf diese <i>&#8222;Schnitzeljagd&#8220;<\/i> (so nannte es D\u00e4niken) geschickt. L\u00e4ngst h\u00e4tten wir die Beweise finden k\u00f6nnen &#8211; wenn den die Menschen (bzw. die Wissenschaftler) nicht so schrecklich ignorant w\u00e4ren. Aber D\u00e4niken l\u00e4sst sich nicht beirren und erleuchtet die Ungl\u00e4ubigen: &#8222;<i>Herr D\u00e4niken, dass wussten wir alles gar nicht!&#8220;<\/i> ist laut ihm die Antwort, die er <i>&#8222;jedesmal&#8220;<\/i> bekommt, wenn er Wissenschaftlern seine Theorien vortr\u00e4gt. Die verkopften Forscher stecken so tief in ihrer Welt und schauen nie \u00fcber den Tellerrand &#8211; solange bis D\u00e4niken sie auf das Offensichtliche hinweist. <\/p>\n<p>Dann macht sich D\u00e4niken daran, die gro\u00dfe Frage zu beantworten: <i>&#8222;Wo ist der Beweis versteckt?&#8220;<\/i>. Leider verl\u00e4sst er sofort nach dieser Frage das Thema um nie mehr darauf zur\u00fcckzukommen (Ich w\u00fcrde sowas ja auf der R\u00fcckseite des Mondes verstecken. Einfach in gro\u00dfes Buchstaben &#8222;Hallo! Wir waren da!&#8220; in die Oberfl\u00e4che einbrennen. Das k\u00f6nnen wir dann erst lesen wenn wir weit genug sind um Raumsonden um den Mond herum schicken zu k\u00f6nnen. Muss gleich mal schauen ob ich dazu in der Bibel was finde \ud83d\ude09 )<\/p>\n<p>D\u00e4niken will jetzt \u00fcber den Maya-Kalender sprechen. Die haben n\u00e4mlich 2 verschiedene Kalendersysteme. Einmal gibt es den <i>Haab-Kalender<\/i> &#8211; der wird f\u00fcr allt\u00e4gliche Zwecke verwendet und hat 365 Tage, fast so wie unser Kalender mit 365,25 Tagen. Dann gibt es einen Kalender f\u00fcr rituelle Zwecke mit 260 Tagen (<i>Tzolkin<\/i>). Laut D\u00e4niken ist das wieder ein eindeutiges Anzeichen f\u00fcr au\u00dferirdischen Einfluss: denn warum sollte man sonst einen Kalender mit 260 Tagen haben? Die beiden Kalender laufen parallel und alle 52 Jahre stehen beide wieder auf Null. Dann gibt es aber auch noch den <i>long-count<\/i>: ein weiterer Kalender den die Mayas f\u00fcr astronomische Berechnungen bzw. f\u00fcr Geschichtschreibung nutzen, um auch Ereignisse die l\u00e4nger als 52 Jahre in Vergangenheit oder Zukunft lagen eindeutig beschreiben zu k\u00f6nnen. Aus diesem System ergeben sich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lange_Z%C3%A4hlung\">Epochen<\/a>, die jeweils 5125,36 Jahre dauern. <\/p>\n<p>Und die aktuelle Epoche des Maya-Kalenders endet am 21.12.2012. D\u00e4niken interpretiert das folgenderma\u00dfen: Am Beginn der letzten Epoche &#8211; der vermutlich auf den 11. August 3114 v.Chr. gefallen ist &#8211; sind die Au\u00dferirdischen auf der Erde gelandet. Und wenn nun die Epoche in 4 Jahren zu Ende geht, werden sie wiederkommen! D\u00e4niken weist aber auch gleich auf eventuelle Umrechnungsprobleme bei den Kalendern hin &#8211; sollte am 21.12.2012 also nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches passieren dann ist das noch lange keine Widerlegung seiner Theorie.<\/p>\n<p><font style=\"font-size: 1.25em;\"><b>Schlechte Astronomie<\/b><\/font><\/p>\n<form mt:asset-id=\"3826\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\" contenteditable=\"false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-a2437d91452996ceb2467b36a2aab084-Gyroscope_precession.gif\" alt=\"i-a2437d91452996ceb2467b36a2aab084-Gyroscope_precession.gif\" \/><\/form>\n<p>D\u00e4niken ist sich aber trotzdem sehr sicher, dass der 21. Dezember 2012 ein ganz besonderes Datum darstellt. Und daf\u00fcr bringt er astronomische &#8222;Beweise&#8220;. Er erz\u00e4hlt dem Publikum von der <i>Pr\u00e4zession<\/i> der Erde. Damit beschreiben Astronomen die sich \u00e4ndernde Orientierung der Erdachse.<\/p>\n<p>Heute zeigt sie (im Norden) in etwa auf den Polarstern. Die Erde &#8222;eiert&#8220; aber ein bisschen &#8211; so wie der Kreisel im Bild rechts. Grund daf\u00fcr ist die Gravitationskraft die der Mond auf die Erde aus\u00fcbt. Die Erdachse l\u00e4uft dabei einmal in etwa 25800 Jahren im Kreis. <\/p>\n<p>Nun behauptet D\u00e4niken, dass genau am 22.12.2012 um 00:00 die <i>&#8222;Pr\u00e4zession endet&#8220;<\/i>. Sie laufe danach zwar wieder weiter &#8211; aber zu diesem Zeitpunkt ist die Erdachse auf eine ganz spezielle Art und Weise ausgerichtet: sie zeigt exakt auf das Zentrum der Milchstra\u00dfe! Und von dort (auch das steht in den alten Texten) sind die Au\u00dferirdischen ja zu uns gekommen. Der ablaufende Maya-Kalender und die Ausrichtung der Erdachse sind untr\u00fcgliche Beweise daf\u00fcr, dass die Au\u00dferirdischen am 21.12.2012 wieder zur Erde zur\u00fcckkehren werden <i>&#8222;um neu zu ordnen was sie schufen&#8220;<\/i>. <\/p>\n<p>Hui! Klingt beeindruckend &#8211; ist aber leider v\u00f6llig falsch. Das <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/06\/der-stern-zum-wochenende-s2.php\">Zentrum unserer Milchstra\u00dfe<\/a> befindet sich von der Erde aus gesehen im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sch%C3%BCtze_%28Sternbild%29\">Sternbild Sch\u00fctze<\/a>. Dieses Sternbild liegt an der <i>Ekliptik<\/i>. Die beschreibt die scheinbare Bahn der Sonne, die wir am Himmel sehen bzw. entspricht der Bahn der Erde um die Sonne. Das Zentrum der Milchstrasse liegt also von der Erde aus gesehen in etwa in der N\u00e4he der Ebene, die durch die Erdbahn definiert wird. D\u00e4niken behauptet also, dass in knapp 4 Jahren auch die Erdachse in dieser Ebene liegen wird und auf das Zentrum zeigt!<\/p>\n<p>Was w\u00fcrde das bedeuten? Wenn die Erdachse in der Erdbahnebene liegt, dann w\u00e4ren wir in derselben Situation wie heute der Planet Uranus. Die H\u00e4lfte des Jahres w\u00fcrde also eine Hemisph\u00e4re der Erde immer der Sonne zugewandt sein, in der anderen H\u00e4lfte des Jahres w\u00e4re sie immer von der Sonne abgewandt. Wir h\u00e4tten also ein halbes Jahr lang Tag und ein halbes Jahr lang Nacht! Das kann aber gl\u00fccklicherweise nicht passieren &#8211; denn unsere Erdachse liegt nicht in der Bahnebene &#8211; sie ist 66,5 Grad ihr gegen\u00fcber geneigt und kann daher unm\u00f6glich, zu keinem Zeitpunkt auf das Zentrum der Milchstrasse zeigen. Um die Erdachse so extrem zu neigen m\u00fcssten wir vorher schon mit einem anderen Planeten zusammensto\u00dfen!<\/p>\n<p>D\u00e4niken jedenfalls ist fest von seiner falschen Aussage \u00fcberzeugt. Er zeigt sogar eine Animation in der man das Ablaufen des Maya-Kalenders und die Bewegung der Erdachse beobachten kann und genau sieht wie sie am Ende auf das Zentrum der Milchstrasse zeigt.<\/p>\n<p><font style=\"font-size: 1.25em;\"><b>Verbreitet die Botschaft!<\/b><\/font><\/p>\n<p>Genauso grandios wie dieser astronomische Bl\u00f6dsinn ist auch der Schluss seines Vortrags. D\u00e4niken bef\u00fcrchtet einen <i>&#8222;G\u00f6tterschock&#8220;<\/i>, eventuell <i>&#8222;millionenhaften Selbstmord&#8220;<\/i>. Und das alles nur, weil die Menschen auf die Ankunft der Au\u00dferirdischen nicht vorbereitet sind. Aber man kann das \u00e4ndern! Man muss nur gen\u00fcgend Menschen von seinen Theorien erz\u00e4hlen und sie davon \u00fcberzeugen. Allerdings lassen sich vielleicht viele nicht \u00fcberzeugen und halten alles f\u00fcr Unsinn? Das ist kein Problem &#8211; denn D\u00e4niken hat ja gerade heute Abend gezeigt dass alle seine Behauptungen belegt und \u00fcberpr\u00fcfbar sind. Aber vielleicht haben die Zuh\u00f6rer schon wieder einiges vergessen &#8211; er hatte ja auch nicht so viel Zeit und hat viele Fakten gebracht. Aber auch das ist kein Problem. Denn es gibt ja eine DVD des Vortrags! Die kann man kaufen und sich in Ruhe noch mal alle Indizien und Beweise f\u00fcr die bevorstehende Wiederkehr der \u00c4u\u00dferirdischen ansehen. Dazu sollte man am besten ein paar Freunde einladen. Und wenn die die Botschaft dann ebenfalls ein paar Freunde verteilen &#8211; usw. &#8211; dann ist die Menschheit am 21. Dezember 2012 gut genug auf die dramatische Landung der Au\u00dferirdischen vorbereitet.<\/p>\n<p>Ich habe dann doch darauf verzichtet mir die DVD f\u00fcr 20 Euro zu kaufen. Ich hatte ja mein Notizbuch und erf\u00fclle jetzt hier nat\u00fcrlich auch gerne den Auftrag und verbreite das, was ich beim Vortrag geh\u00f6rt habe \ud83d\ude09<\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/flattr.com\/thing\/161662\/Erich-von-Daniken-Gotterdammerung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/api.flattr.com\/button\/flattr-badge-large.png\" alt=\"Flattr this\" title=\"Flattr this\" border=\"0\" \/><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/6c9901f7f6994017afc0b223d67705a3\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern hatte ich das &#8222;Vergn\u00fcgen&#8220; mir den aktuellen Vortrag von Erich von D\u00e4niken anzuh\u00f6ren: &#8222;G\u00f6tterd\u00e4mmerung&#8220;. Und wie versprochen kommt hier mein (ausf\u00fchrlicher) Bericht (Note: an english version of this article can be found at Aardvarchaeology). Der Saal im Volkshaus Jena war erstaunlich gut gef\u00fcllt. Ich sch\u00e4tze, dass etwa 650 bis 700 Zuh\u00f6rer anwesend waren. 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